Anerkennung, nimmst du sie an?

Wozu mache ich mich kleiner als ich bin?

Letztes Wochenende bei einem weiteren Lehrgang der CoachingAcademie ist mir klar geworden, dass es mir oft unangenehm ist zu sagen was ich bereits erreicht habe. Ich erwähne eher meine Misserfolge als meine Erfolge und vergrößere sie sogar durch Worte z.B.: „ich versage oft“. Wozu mache ich das? Warum will ich meine Erfolge nicht wahr haben und warum schenke ich mir keine Anerkennung dafür? Versage ich tatsächlich oft?

Darüber habe ich lange nachgedacht und festgestellt, dass ich einerseits nicht überheblich wirken will und andererseits meine Erfolge nicht als Erfolge gewertet habe. Aber bin ich überheblich, wenn ich erzähle was ich erreicht habe? Was ist das Schlimmste was passieren kann wenn ich berichte was ich erreicht habe?

Ich habe mir die Frage gestellt, ob ich mir Gedanken mache was andere über mich denken, aber das ist es eher nicht. Warum denke ich, dass ich oft versage? Nach langen Überlegungen habe ich festgestellt, dass das gar nicht der Wahrheit entspricht!
Was denke ich über mich und das was ich erreicht habe? Das war es. Was denke ich darüber, wie bewerte ich meine Erfolge?

Ja, das war die Frage die mich ans Ziel bringen wird mich nicht mehr so klein zu machen. Ich habe bei Gesprächen festgestellt, dass ich nicht die Einzige bin, die sich so fühlt und so mit sich umgeht. Wir Frauen schenken uns oft selbst für unsere Erfolge keine Anerkennung, wünschen uns aber Anerkennung von anderen dafür. Wenn wir Anerkennung oder Komplimente erhalten, können wir damit nicht umgehen und belächeln sie, schämen uns oder versuchen doch noch etwas Negatives zu finden, warum uns die Anerkennung nicht zusteht. Z. B. Frau hat 10 kg abgenommen, ein Freund macht ihr ein Kompliment: „Wow, du hast ja abgenommen.“ Frau: „Ach, da ist noch genug Fett da das weg muss, schau hier habe ich noch einige Röllchen!“ Warum nimmt die Frau das Kompliment nicht einfach mit einem Danke an? Tatsächlich hat sie ja 10 kg abgenommen. Männer sind da eher anders. Wenn sie z. B. irgendwo gewinnen, dann rufen sie es in die Welt: Ich habe gewonnen! Sie schreien vor Freude, sie strecken die Arme in die Höhe, sie freuen sich wie ein Kind. Genau, das ist es, Männer können sich wie Kinder freuen und nehmen Anerkennung gerne in Massen an, Frauen deckeln sich. Sie lächeln beschämt oder packen die Trophäe gleich ein, damit sie keiner sieht.

Kennst du das bei dir auch? Liebe Frauen, wozu machen wir das???

greenline5

Anerkennung anzunehmen ist für Frauen oft schwer!

greenline5

Ich habe es gemacht, weil ich bisher keine Anerkennung für das von mir Erreichte hatte. Mein Gedanke war, alles das was ich erreicht habe ist nicht viel wert, das können ja alle. Jetzt weiß ich, auch wenn es „vielleicht“ alle können, trotzdem habe ich es auch erreicht. Beim nächsten Mal wenn mich jemand fragt was ich denn mache werde ich antworten:

Ich bin erfolgreiche Familienmanagerin, habe zwei tolle Töchter und einen sehr erfolgreichen Mann. Ich habe zwei Bücher herausgebracht die man in jedem Buchhandel, online oder im Laden, erwerben kann. Ich bin Künstlerin, bin Bloggerin und schreibe drei Blogs, bin Fotografin, werde Lebensfreude Coach und mache alles was mir Spaß macht. Sollte jemand finden ich sei arrogant, tja da kann ich dann auch nichts daran ändern, ich weiß das ich es nicht bin.

Liebe Frauen, wir wünschen uns Anerkennung, haben aber oft selbst keine Anerkennung für uns, sehen nur das was nicht funktioniert hat, oder erst im zweiten Anlauf. Wie soll uns jemand anders Anerkennung schenken, wenn wir sie uns selbst nicht schenken können? Derjenige der uns Anerkennung schenken wird, erhält meist ja nicht einmal ein „Danke“ für seine Worte. Er wird sich das noch mal überlegen, ob er uns noch mal Anerkennung schenken wird, denn sein Geschenk „Anerkennung“ wird von uns nicht angenommen und abgewiesen weil wir z. B. denken, dass wir es nicht wert sind diese Anerkennung zu erhalten. Wer wird noch mal etwas verschenken wenn er weiß, dass wir das Geschenk nicht annehmen. Der Schenkende merkt das es uns unangenehm ist und wird sicher nicht noch einmal eine unangenehme Situation kreieren wollen. Tja und was denken wir dann: Der hat keine Anerkennung mehr für mich.

So pinkeln wir uns also selbst ans Bein…

Ich werde diesen Kreislauf jetzt verlassen. Ich freue mich ab sofort über alle meine Erfolge. Auch der Erfolg meines Mannes ist mein Erfolg, denn ich halte ihm den Rücken frei, ich stärke ihn in schwierigen Situationen, ich stehe immer zu ihm, ich glaube an ihn auch wenn er zweifelt. Meine Ermächtigung hilft ihm seine und somit unsere Ziele zu erreichen. Sein Erfolg ist mein Erfolg.

Ab sofort werde ich stolz erzählen was ich erreicht habe und werde bei Anerkennung auch erfreut „DANKE“ sagen. Ebenfalls möchte ich weiterhin Anerkennung verschenken, denn dies ist eine tolle Möglichkeit zu zeigen, dass man den anderen sieht und wertschätzt was er erreicht hat. Ich hoffe du nimmst meine Anerkennung an.

Genieße deinen Tag & bis in Kürze
Eva