Einkaufen mit Spaß oder ohne?

Heute war es wieder soweit, Wocheneinkauf stand auf meiner To-Do-Liste. Ganz ehrlich, bisher ging ich ungern Lebensmittel einkaufen. Ich quälte mich durch die einzelnen Abteilungen und war froh, wenn ich das wieder geschafft hatte. Jede Woche dieselbe Tour und jedes Mal wollte ich lieber etwas anderes machen. Außerdem machte ich diese Tour meist auf den letzten Drücker, denn warum sollte ich meine schöne Zeit dafür opfern. Jeder Lebensmitteleinkauf machte mir keinen Spaß. Diesmal wollte ich es aber anders machen. Diesmal habe ich mir vorgenommen Lebensmittel mit Spaß einkaufen zu gehen. Ich will auch diese Zeit meines Lebens nicht mit schlechter Stimmung verbringen, also möchte ich daran arbeiten eine schöne Zeit beim Lebensmittel einkaufen zu haben, denn Lebensmittel werden wir immer brauchen.

Lebensmittel einkaufen mit Spaß – bisher unvorstellbar!

Los ging es, die Sonne schenkte mir warme Sonnenstrahlen und ich öffnete das Cabrio-Dach meines Traumautos. Es war Samstag morgens 7.45 Uhr und ich fuhr los um Grillfleisch bei unserem Lieblingsmetzger zu kaufen. Die Musik im Radio versüßte mir die Fahrt und ich genoss die noch recht leeren Straßen, die Sonne und den Wind in meinen Haaren. Herrlich! Wie immer wünsche ich mir beim Universum einen Parkplatz vor Ort wo ich ankommen werde und diesmal hatte ich wieder Glück. Genau vorm Metzger wartete mein Parkplatz auf mich. Mit einem Lächeln stieg ich aus dem Auto und begab mich zum Fleischer. Es war leer im Laden und ich hatte große Auswahl. Kein Stress, keine Hektik, ein nettes Gespräch mit der Verkäuferin und beschwingt hatte ich den ersten Einkauf hinter mich gebracht. Das ging doch schon mal prima los. Ab in mein Traumauto mit offenem Dach und weiter geht´s. Jetzt noch Lebensmittel einkaufen bei Allnatura und Reichelt.

Mit guter Laune, passender Musik und einem fließenden Fahrstil wie auf Schienen, fuhr mein Auto in einem Fluss durch die Straßen. Ganz beschwingt und relaxt kam ich vor dem nächsten Center an. Ich parkte ein, schnappte mir lächelnd einen Einkaufswagen und folgte meiner Mission: Einkaufen mit Spaß. Im Bioladen genoss ich die große Auswahl frischem Gemüse und saftigem Obst. Die Farben strahlten mich an. Erfreut über die Vielfalt und Möglichkeiten füllte ich meinen Einkaufswagen, lächelte andere shoppinggenervte an und endete an der Kasse. Vergnügt und stressfrei legte ich die Ware auf das Fließband wechselte ein paar Worte mit der Kassiererin und packte alles in meine mitgebrachten Einkaufstaschen. Über die Hälfte meines Einkaufes war getan und es hat mir tatsächlich Spaß gemacht.

Erfreut schob ich den Einkaufswagen zu meinem Auto, lud die Lebensmittel in meinen Kofferraum und begab mich in den nächsten Laden. Hier würde ich noch eine draufsetzen. Ich werde mit Menschen in Kontakt treten und den Einkauf noch schöner gestalten. Gesagt getan! Ich ließ mit einem Lächeln auf den Lippen erstmal alle Personen die bereits ihre Einkäufe getätigt hatten durch die Schiebetür hindurchgehen und fuhr erst weiter, als der Durchgang frei war. Ich habe einige Lächeln kassiert, was mich wirklich erfreut hatte. Auch im Laden nahm ich Rücksicht und verschenkte ein Lächeln nach dem anderen. Viele ernste Gesichter entgegneten mit einem kurzen Lächeln und einige behielten es sogar. Toll dachte ich mir, was ein Lächeln so bewirken kann… Am Eisregal befanden sich eine Frau und ihr Mann im Alter von ca. 60 Jahren die ebenfalls ihren Pfingsteinkauf tätigten. Die Dame hätte mir beinahe ihr ausgewähltes Eis in meinen Einkaufswagen gelegt, doch ihr Mann hielt sich noch ab und lächelte mir zu. Ich stieg darauf ein und meinte, da ich die Diskussion über dieses Eis mitbekommen hatte, dass sie es hätte ruhig hineinlegen können, es klang schon sehr lecker. Sie empfahl es mir mit einem Lächeln und dem Hinweis, es sogar im Angebot sei und es auf die Liste ihrer Lieblingseissorten gelangt war. So entschloss ich mich dieses auch zu testen, denn meist sind Tipps wertvoll. Wir verabschiedeten uns mit einem netten Gruß und Lächeln und jeder ging seines Weges.

Jetzt fehlte mir noch Prosecco. Eine freundliche Verkäuferin verriet mir in welchem Gang sich der Prosecco befindet. Dort angekommen stieß ich auf einen Verkäufer der die Regale auffüllte. Ich sprach ihn an und bat ihn mir den besten Prosecco zu empfehlen, den würde ich heute gerne mitnehmen. Mit Freude und Spaß zeigte er mir mehrere Flaschen, erklärte mir, dass diese sogar Bio seien und wünschte mir mehrfach ein tolles Pfingstfest. Wow, so viel Freundlichkeit beim Lebensmitteleinkaufen habe ich bisher noch nie erlebt!

An der Kasse, an der ich etwas länger anstehen musste, viel mir ein Paket mit Schokoriegeln vor Schreck vom seitlichen Regal auf das Band, als mir eine Frau die hinter mir stand sogar behilflich war meine Ware auf das Band zu legen. Frei von Ärger, legte ich die zwanzig Schokoriegel wieder ins Regal und setzte meinen Weg zur Kasse fort. Die letzte Etappe meines Einkaufs mit Spaß würde bei dieser Verkäuferin enden. Wir kamen ein wenig ins Gespräch, sie erzählte mir einen Schwank aus ihrer Familie, wir lachten ein wenig und mit guter Laune und vielen gegenseitigen Pfingstwünschen verließ ich die Kasse.

Der Einkauf war getan, ich hatte alles besorgt was ich brauchte und das sogar ziemlich flott, aber ohne Hetze. Freudestrahlend ging ich zum Auto, wurde beim Einladen beobachtet von einem Mann der auf seine Frau wartete, tauschte Lächeln aus und machte mich mit offenem Dach auf den Rückweg. Mit Musik fuhr ich beschwingt und singend nach Hause. Dies war mein schönstes Lebensmitteleinkaufserlebnis. Ich freue mich jetzt schonn auf den nächsten Einkauf, den ich wieder mit Spaß erledigen werde, denn ohne Spaß ist die Zeit des Einkaufs nur Zeitverschwendung und nicht spannend. Wie schön, dass ich selbst bestimmen kann, ob ich bei dem was ich mache Spaß habe oder nicht!