Warum der erste Schritt der Schwerste ist und wie du ihn meisterst.

Vielleicht gibt es auch in deinem Leben etwas, was du unbedingt verändern willst, dir aber total schwer fällt. Auch der erste Schritt zum Ordnung halten und Struktur aufbauen ist oft kein einfacher. Manche Menschen die einfach ordentlich sind, können es gar nicht verstehen, warum man selbst so Schwierigkeiten damit hat.

Egal was neu in unser Leben kommt, der erste Schritt ist meist schwierig. Dies kann verschiedene Ursachen haben.

Dir wurde von klein an gesagt dass du unordentlich bist im Scherz, bei Streit oder einfach nur so:

  • Du bist und bleibst ein Chaot
  • Du wirst es nie schaffen mal ordentlich zu werden
  • Du hast mit Ordnung nichts am Hut
  • Aus dir wird auch kein ordentlicher Mensch mehr
  • Du bist immer schlampig
  • Bei dir ist jegliche Hoffnung verloren, dass du jemals ordentlich wirst
  • Du machst das falsch, lass mich das lieber machen
  • Du bekommst das sowieso nicht hin
  • Du wirst eher sterben, als dass du es mal schaffst ordentlich zu sein

Diese und viele andere Sprüche kann dein Unterbewusstsein genutzt haben, um seine Meinung über dich und die Ordnung zu bilden. Du hast aufgehört daran zu glauben, dass du es noch hinbekommen kannst ordentlich zu sein.

Bei so einer Erfahrung ist der erste Schritt besonders schwierig, denn du gehst gefühlt ein großes Risiko ein. Dein Unterbewusstsein wird alles tun, damit du dieses Risiko nicht eingehst.
Das Risiko ist:

Du kannst scheitern!

Dein Unterbewusstsein möchte nicht dass du unglücklich bist oder dich schlecht fühlst, deshalb wird es ganz viele Gedanken geben, warum du nicht beginnen solltest zu versuchen ordentlich zu sein. Es möchte dich davor schützen dir eine weitere Bestätigung einzufangen, dass du tatsächlich nicht ordentlich sein kannst.

Chaot zu sein ist wahrscheinlich gefühlt etwas sehr schlimmes für dich. Du hast eine negative Bewertung über Chaoten oder unordentliche und unstrukturierte Menschen und damit auch über dich.
Du bestätigst die ganze Zeit die Aussagen die über dich und die Ordnung gemacht wurden. In deinem System ist es einfach nicht vorstellbar, dass du tatsächlich ordentlich und strukturiert sein könntest.
Wenn du tatsächlich damit beginnen würdest ordentlich zu sein, dann wärest du ja über lange Zeit wenn nicht sogar Jahre im Unrecht über dich gewesen. Du hättest Jahre lang etwas Falsches gedacht.

Dein Unterbewusstsein will lieber im Recht sein als glücklich zu sein.
Wenn du das weißt, kannst du gegen steuern. Dein Unterbewusstsein will dich nur beschützen vor weiteren negativen Erfahrungen und Bestätigungen, dass du es wirklich nicht schaffst. Das Problem dabei ist, dass du dann überhaupt keine Chance hast etwas zu ändern.
Die einzige Möglichkeit ist nicht auf sein Unterbewusstsein zu achten, seine Bewertung über sich zu ändern und zu beginnen Ordnung zu erschaffen.
Aber wie geht das?

Erst mal muss dir bewusst werden was der Unterschied von Ordnung und Unordnung eigentlich ist.

Ordnung: Sachen an dafür vorgesehenen Stellen zurückstellen
Unordnung: Sachen an immer wieder unterschiedlichen Stellen liegen lassen
An sich ist es das.
Der Unterschied zwischen Ordnung und Unordnung ist lediglich ob Sachen einen Platz zugewiesen bekommen haben und dort wieder hingestellt werden oder eben keinen Platz haben und überall stehen.
Was sagt das über einen Menschen aus?
NICHTS! Man weiß lediglich, dass der eine die Sachen zurück stellt und der Andere nicht.
Dabei ist erstmal keiner von beiden ein besserer oder schlechterer Mensch.
Also, ob du ordentlich bist oder eben nicht, sagt nichts über dich als Mensch aus. Wir Menschen Bewerten Ordnung als gut und Unordnung als schlecht und somit dementsprechend auch die Menschen.
Der wichtigste Schritt für dich, ist erstmal anzuerkennen, falls du unordentlich bist, dass du unordentlich bist. Diese Eigenschaft hat jedoch nichts mit dir als Mensch zu tun. Du bist durch diese Eigenschaft kein schlechterer Mensch!
Wenn du hier erstmal die negative Bewertung entfernst, nimmst du eine Last von dir. Nur wenn du neutral über Ordnung und Unordnung denkst und dann auch neutral über dich als Mensch der unordentlich ist und ordentliche Menschen nicht besser findest als unordentliche, verschwindet das negative und du bist frei zu wählen wie du sein willst.
Ich war Jahre lang ein Chaot und manchmal wenn viel los ist passiert es mir immer noch, dass ich etwas nicht direkt weg räume. Jedoch habe ich meine Bewertung darüber gewandelt. Ich fühle mich nicht mehr schlecht. Ich bin wie ich bin und bestimmte Eigenschaften machen mich weder zu einem besseren, noch zu einem schlechteren Menschen.
Diese Einsicht hat bei mir bewirkt, dass ich endlich aufhören konnte krampfhaft zu versuchen ordentlich zu sein, um gut zu sein und zu den besseren zu gehören. Denn ich wusste, ich bin gut so wie ich bin.

Diese Einsicht ließ mich frei von allen möglichen Zwängen und ab da konnte ich frei entscheiden welche Eigenschaft ich haben will.

Ich wählte ordentlich zu sein, denn ich merkte dass chaotisch und unordentlich zu sein mir viel Zeit raubte, weil ich dauernd etwas suchen musste und mir auch nicht so gut gefiel, weil ich es schöner empfinde wenn die Sachen ihren Platz haben und dort auch stehen.

Ich wusste also, es ist egal ob ich chaotisch oder ordentlich bin, ich bin genauso ein liebenswerter, wertvoller Mensch. Mit Ordnung um mich herum werde ich jedoch mehr Zeit haben, meine Sachen eher finden und es wird mir vom Aussehen her besser gefallen.

Diese Einsicht half mir dabei ordentlich zu werden. Das heißt nicht, dass ich von einem Tag auf den anderen ordentlich war, aber diese Ziele: Mehr Zeit zu haben, weniger suchen zu müssen und eine schöne Umgebung um mich herum zu haben, halfen mir dabei immer wieder daran zu arbeiten Ordnung zu schaffen.

Eine Gewohnheit die man jedoch über Jahre Lang beibehalten hatte, ist natürlich nicht ganz so einfach von einem Tag auf den anderen zu wandeln. Ich erlebte immer wieder Rückschritte. Bei Rückschritten war und ist es wichtig sich nicht zu bewerten.

Konkret meine ich damit: Verurteile dich nicht, wenn es nicht sofort klappt. Sei gut zu dir, freue dich über deine Erfolge und bei Rückschritten rufe dir deine Ziele, also DEIN WARUM wieder ins Gedächtnis und dann änderst du die Unordnung auf Ordnung wieder.

Es kann aber auch andere Gründe haben, warum du in Unordnung lebst. Du hast vielleicht einfach zu viele Sachen und du weißt einfach nicht wohin damit. Die Sachen weg zu schmeißen fällt dir jedoch sehr schwer. Dafür kannst du unterschiedliche Gründe haben. Vielleicht warst du mal sehr arm und besaßt nichts, weshalb jeder Gegenstand einen großen Wert für dich hat.

    • Vielleicht kannst du dich von deinen Sachen nicht trennen, weil du einige geschenkt bekommen hast und es dir unangenehm ist sie abzugeben. Sie wurden ja schließlich von herzen geschenkt.
    • Vielleicht fällt es dir schwer, weil du weißt wie viel sie mal gekostet haben und du den Kaufpreis nicht mehr erhalten wirst.
    • Vielleicht könnte es aber auch sein, dass du einfach denkst, du könntest das irgendwann noch gebrauchen.
    • All diese Gedanken können dich daran hindern den ersten Schritt zu machen.
    • In diesen Fällen ist es wichtig für dich zu fragen, ob du glücklich bist mit all den Sachen um dich herum. Liebst du jedes einzelne Teil das in deinem Besitz ist? Wirst du es vermissen wenn du es nicht mehr besitzt? Fängst du an zu lächeln wenn du es vor dir siehst und es genau betrachtest?
Wenn dies nicht der Fall ist, stelle dir vor wie es wäre wenn du nur Sachen um dich hast die dir ein Lächeln im Gesicht verursachen. Bei denen du einfach eine Dankbarkeit spürst dass du sie besitzen kannst. Bei denen du ihre Schönheit bewunderst. Nur diese Sachen haben es verdient mit dir wohnen zu dürfen. Das klingt vielleicht schräg, aber die Sachen wohnen bei dir und du zahlst ihre Miete. Jedes der Sachen nimmt dir ein Stück von deinem Lebensraum weg. Lebensraum ist teuer und wertvoll

      • Willst du mit Sachen deinen kostbaren Lebensraum teilen wenn du sie nicht liebst?
      • Willst du dir deinen Lebensraum abknapsen, damit sie ein zu Hause haben?
      • Willst du deine Laune schmälern, weil sie dir kein Lächeln ins Gesicht verursachen?
      • Willst du für sie die Miete zahlen?
      • Willst du in sie investieren, in dem du für sie Schränke kaufen musst?
      • Willst du deine Lebenszeit investieren, um sie von einem Ort zum anderen zu befördern oder abzustauben?
Bist du glücklich mit all diesen Sachen? 
Wenn du jetzt immer wieder ein NEIN gesagt und gespürt hast, dann mache den ersten Schritt. Das Risiko das du eingehst ist, dass du es vielleicht wieder und wieder tun musst. Das einzige was passieren kann ist, dass du mal ins Stocken kommst oder etwas liegen lässt aber das ist vollkommen OK.
Wichtig ist, dass du merkst, dass  es passiert ist. Dieses merken kannst du sogar feiern, denn ist der erste Schritt geschafft, dir wird die Veränderung bewusst!
Jedes Mal wenn es dir passiert, dass du einen Rückschritt erleidest und ihn merkst, kannst du dich darüber freuen wie aufmerksam du schon bist. Du hast dann schon den Fokus auf Ordnung und Struktur gelegt!
Das ist ein riesiger Fortschritt!!!
Mache einfach weiter und schaffe Struktur und Ordnung immer und immer wieder.
Solltest du jetzt nicht wissen wie du beginnen sollst, oder sollte es dir noch schwer fallen, dann empfehle ich dir meinen Video Kurs: Struktur & Ordnung schaffen. Mit diesem Kurs begleite ich dich dabei wie du Struktur & Ordnung in dein Leben holst, welche Schritte du gehen musst. Dieser Kurs erleichtert dir den Start und die Umsetzung.
Ich freue mich, wenn du glücklich bist. Für mich war und ist die Veränderung von chaotisch und Unordnung zu strukturiert und ordentlich eines der tollsten Veränderungen die ich für mich vollbracht habe.
Viel Erfolg und genieße deinen Tag
Eva