Wenn Angst deinen Erfolg verhindert

Gibt es einen Menschen der noch nie Angst hatte? Ich glaube kaum. Angst ist in manchen Situationen auch absolut notwendig, manchmal sogar für das eigene Überleben lebenswichtig. Aber in vielen Situationen lähmt uns Angst, und wir hindern uns selbst daran ein Ziel zu erreichen, da uns die Angst im Nacken sitzt.
bl

Genau dann wenn uns die Angst im Nacken sitzt und wir diese Stimme im Kopf hören die uns immer wieder erzählt dass dies was wir vor haben zu gefährlich ist, zum Scheitern verurteilt, wir es nicht können, uns etwas passieren wird, oder sonstige Dramen vorgaukelt, immer dann müssen wir wachsam sein!

Diese Angst schränkt uns nämlich ein.

pink-oben

Durch Angst verhinderst du deinen Erfolg und deine Weiterentwicklung.

pink-unten

Es ist klar, dass im Leben nicht alles einfach ist. Es gibt ja den bekannten Spruch: Das Leben ist kein Ponyhof„, tja und selbst da ist alles nicht ganz einfach, denn wenn man ein Pony reiten will, dann muss man sich auch trauen auf das Tier zu setzen. Interessanterweise sind Kinder da ganz unvoreingenommen. Die setzen sich drauf und los geht´s. Wir Erwachsenen jedoch malen uns bereits die schlimmsten Unfälle aus, die unserem Sprössling passieren könnten.
bl

Ich selbst nehme gerade Reitstunden. Für ein Pony bin ich zu groß, also reite ich auf einem Pferd. Ich bin immer wieder erstaunt wie natürlich Kinder mit diesen riesigen Tieren umgehen. Oft ist der Kopf schon größer als das halbe Kind und sie haben keine Angst es zu streicheln, daneben zu stehen, zu füttern
bl

Nun, ich bin auch keine ängstliche Natur, doch mit den Jahren bin ich vorsichtiger geworden. Ich kenne die Risiken und auch mein „Männchen im Kopf“ gibt immer wieder Kommentare von sich. Unsere Kinder möchten gerne ein eigenes Pferd und sogar Turniere reiten. Mein Mann ist allergisch, er kann sich nur wenige Minuten in der Nähe von Pferden aufhalten, dann beginnt er die Symptome der Allergie zu spüren. Somit war es wichtig, dass auch ich gerne mit den Kindern zum Reiterhof fahre, da ich nicht nur Wellness oder Eisessen möchte wenn die Kinder ihre Reitstunden absolvieren. Ich habe mich entschlossen mir das Hobby anzuschauen und auch reiten zu lernen.
bl

So haben wir Mädels also ein gemeinsames Hobby, können uns austauschen, gegenseitig unterstützen und jeder weiß wovon der andere spricht. Gesagt getan, hatte ich meine erste Reitstunde gebucht. Und da ich nicht in meinen Gummistiefeln beginnen wollte, bin ich erstmal losgezogen und habe mir das nötige Equipment besorgt. Das ist schon eine kleine Investition Zuerst besorgte ich mir nur Reitschuhe und eine Hose, den Rest wollte ich kaufen wenn mir die erste Stunde gefallen hat. Den Helm hatte ich mir von unserer großen Tochter geliehen, der passte gerade eben.
bl

Meine Reitlehrerin hatte mich gefragt, ob ich denn Angst hätte. Ich hatte keine Angst, schließlich bin ich schon als Jugendliche die schwarze Piste mit meinen Skiern runter gebrettert ohne jemals einen Skikurs belegt zu haben. Angst ist also nicht vorhanden dachte ich mir.
bl

Die erste Stunde war toll. Das Pferd war sehr lieb, ich ritt an der Longe, alles war sicher. Bis auf den Galopp, ich hatte das Gefühl vom Sattel zu fliegen. War aber nur ganz kurz, somit kein Thema. Es lief also so gut, dass meine Reitlehrerin die Longe ab nahm und sagte ich solle es selbst versuchen. Sieht ja alles immer ganz leicht aus, somit ging es los. Es klappte den Umständen entsprechend für mein erstes Mal richtig gut. Ich war höchst motiviert.
bl

Am nächsten Tag spürte ich das Resultat meiner Reitstunde, wow, da taten mir Muskelpartien weh, die ich sonst noch nie gespürt habe. O-Beine willkommen! Man das sah doch immer so easy aus auf dem Pferd, woher dann diese Muskel-Schmerzen.
Nun, da ich nicht zimperlich bin kaufte ich mir weitere Ausrüstung: Helm, Socken, Handschuhe, Gerte und natürlich eine Sicherheitsweste. Zufällig las ich einen Tag nach meinem Kauf einen Artikel über einen Mann, dessen Frau bei einem Reitunfall ums Leben gekommen ist, so dass er jetzt als alleinerziehender Vater von zwei kleinen Kindern durchs Leben gehen muss.

pink-oben

*BÄNG* *SCHOCK* *ANGST?*

pink-unten

Nein, ich wollte mich auf keinen Fall von Angst manipulieren lassen. Alles im Leben kann gefährlich sein, sogar wenn ich unachtsam über die Straße gehe. Die nächsten Reitstunden verliefen gut, nur beim Galopp machte ich mir ANGST!

Ja, du hast richtig gelesen, ich machte mir Angst, denn es gibt auch Menschen die keine Angst haben und das hat einfach mit unserer eigenen Bewertung zu tun. Ich bewertete Galopp als gefährlich, somit stieg meine Angst.
bl

Interessanterweise, konnte ich Galopp somit auch nicht gut reiten, da ich mich total verkrampfte und an den Stellen wo meine Beine fest am Körper des Tieres sein sollten, da flatterten sie rum wie Flatterband. In der fünften Stunde als es darum ging den Galopp an der Lounge zu üben begann ich zu schreien als das Pferd in Fahrt kam. Ich erschrak vor mir selbst.

Warum machte ich mir diese Angst? Wieso nicht den Anweisungen der Lehrerin folgen, mich darauf konzentrieren und mir sicher sein, dass ich sicher bin und dass ich es kann! Ich musste mein Mindset ändern. Mit dieser Denkweise werde ich niemals Galopp alleine reiten können.

Zu Hause nahm ich mir fest vor meine Angst zu besiegen. Ich lasse Angst nicht an die Steuerung meines Erfolges! Wie heißt es so schön:

pink-oben

No risk no fun!

pink-unten

Das größte Risiko war, dass ich Spaß und Erfolg beim Galopp reiten haben könnte. Das Schlimmste wäre runter zu fallen, wobei auch das jetzt nicht wirklich bedeutet, dass ich dann das Zeitliche segnen würde.

Wie oft lassen wir die Angst siegen und unseren Traum sausen! Wie oft nehmen wir die Hände vom Steuer und schalten den Autopiloten ein, der dann aber einen ganz anderen Weg für uns vorsieht, nämlich den Weg des geringsten Wiederstandes und somit der kleinsten Hindernisse, aber damit auch mit dem kleinsten Erfolgserlebnis, oder eben keinem Erfolgserlebnis. Und sogar wenn man einen Autopiloten im Flugzeug hat, gelandet wird manuell. Wenn wir das Steuer loslassen, dann erreichen wir nicht wir was wir wollen, sondern ES erreicht uns irgendwas oder nichts oder jemand anders steuert unser Leben.
bl

Willst du also der Herr über dich und deinen Erfolg sein, dann gib das Steuer nicht aus der Hand! Geh du auf hohe See, nimm die Wellen oder wie in meiner Situation, rauf auf den Gaul und reite den Galopp!
bl

Die Nacht vor meiner nächsten Reitstunde habe ich mich mental auf den Galopp vorbereitet. Ich ritt ihn im Schlaf. Es war einfach, es machte Spaß, ich ritt Galopp mit Genuss! Ich wachte auf und war bereit. Freude kam auf, heute werde ich alleine in der Gruppe mit anderen Reitschülern – (wie ich hinterher feststellte, drei Mädchen im Alter zwischen 7 und 11 Jahren) Galopp reiten und es wird Spaß machen und ich werde Galopp reiten ohne loszuschreien. Die Zügel werde ich nicht abgeben, ich werde das Pferd führen und Spaß haben.
bl

Die Reitstunde rückte näher. Ich bekam ein anderes Pferd als sonst. Vorher hatte ich ein relativ kleines ruhiges Pferd, ganz ausgeglichen und lieber langsam als zackig – was mir sehr zusagte! Heute sollte ich einen Wallach reiten der den Speed liebt und deutlich größer war als mein gewohntes Pferd. Ich hatte Respekt vor dem Tier und das spürte es direkt. Schon als ich es aus dem Stall holte musste ich es vom Heu wegzerren, da es doch lieber fressen wollte als mit mir mitzugehen. Die erste Hürde war also geschafft und dann kam schon der nächste Heuballen.
bl

Unsere Lehrerin schrie noch: Eva pass auf da steht Heu, aber da war es schon zu spät. Das Pferd zog mich mit seiner Kraft rüber, ich stemmte mich dagegen, aber es blieb mit einer Hufe vor dem Heuballen auf meinem Fuß stehen und fraß. Ich nahm meine Kraft zusammen und beförderte es von meinem Fuß runter und in die Richtung wo ich hin wollte. Was für ein Start! Das Pferd wollte mehr Heu und schnappte in meinen Arm. Ich rief bestimmt: NEIN! Fressen gibt es später! Mein Kopfkino wechselte sich ab mit der Stimme die mir begann meine Angst anzusprechen! Auf dem Pferd also Galopp!!!???„
bl

Ich werde das Steuer oder in meinem Fall die Zügel nicht abgeben. Heute reite ich Galopp auf diesem Pferd und es wird gut laufen! Fertig!!!
bl

Ein kleines Mädchen sah, dass ich mich ein wenig ungeschickt beim Befestigen des Kehlriemens anstellte und half mir. Sie schien zu merken was in mir vor ging. Ganz lieb sagte sie: Chester ist das beste Pferd, dass sie bisher geritten hat. Er sei ganz einfach zu reiten. Ich schaute zu ihr runter und war dankbar.
bl

Die Stunde verlief gut. Ich musste mich an dieses große Tier gewöhnen, Chester ritt sich ganz anders als Hera, was mir vorher nicht bewusst war, dass es da so Unterschiede geben würde. Dann kam der Galopp
bl

Ich stellte mich in die Steigbügel in den leichten Sitz kurz über dem Sattel und Chester flog durch die Halle. Meine Knöchel flatterten, das hatte ich noch nicht im Griff. Aber es klappte! Ich ritt Galopp ohne zu schreien und ohne Angst zu haben. Meine ganze Konzentration richtete ich auf das Pferd und ließ keine Gedanken zu außer, diesen Galopp so gut ich kann zu reiten.
bl

Es funktionierte. Sicher, es war noch einiges verbesserungswürdig, meine Beine schlackerten, ich hatte einen hochroten Kopf, aber ich hatte weder Angst noch Panik, sondern ritt wie geplant den Galopp. Jetzt geht es also darum ihn technisch gut zu lernen. Dies ist mein nächstes Ziel.
bl

Solltest du Angst haben, dann mache dir bewusst, ob du das Hindernis wirklich nehmen willst. Wenn ja, dann schiebe die Angst aus deinem Blickfeld. Dies ist möglich, wenn du es willst! Lass Angst nicht dein Leben bestimmen, sondern lenke dich selbst durch dein Leben. Ziele werden selten auf gerader Strecke erreicht, oft gibt es einen Parkour zu bewältigen, bis man sein Ziel erreicht. Bleib dran und glaube an dich und deine Fähigkeiten, denn wenn irgendjemand anders das schafft was du willst, dann kannst du das auch! Und wenn du ganz fest an dich glaubst, erreichst du sogar einiges was noch keiner bisher erreicht hat. Wichtig ist, bleibe dran, denn oft fällt man erstmal mehrmals zurück, erlebt Misserfolg, Stürze, Hindernisse, bevor man sein Ziel erreicht. Ach und eins habe ich festgestellt:
bl

Das Leben ist doch irgendwie wie auf einem Ponyhof, es hängt alles nur von unserer Denkweise ab 🙂
bl

Genieße deinen Tag und bis in Kürze
Eva