Wie wichtig und wozu ist Selbstliebe?

Was ist Selbstliebe eigentlich? Für manche klingt es egoistisch. Womit hat Selbstliebe eigentlich zu tun? Wenn man sich selbst liebt, akzeptiert man sich so wie man ist. Man stimmt sich und seinen Eigenschaften zu ohne sie zu bewerten. Sie gehören zum Komplettpaket einfach dazu. Wenn man sich annimmt wie man ist fühlt man für sich Selbstachtung und ist automatisch auch selbstbewusst, hat Selbstvertrauen und fühlt sich wertvoll. Der Selbstwert wird nicht angezweifelt.

Für Menschen ist es „normal“ im Laufe des Lebens Situationen, Anschuldigungen, Aussagen und Erfahrungen persönlich zu nehmen. Man erschafft sich dadurch selbst eine Meinung über sich und füttert diese immerzu durch weitere Erfahrungen die diese Meinung bestätigen.

So sinkt dann das Selbstwertgefühl, man traut sich nicht mehr viel zu, zweifelt, hat verschiedene Ängste und kommt nicht mehr aus der Komfortzone oder dem Hamsterrad, da man ja verinnerlicht hat, dass man „unfähig…“ ist.

Wie sieht es bei Menschen aus die sich selbst lieben?
Menschen die sich selbst lieben haben genau so Eigenschaften die von anderen kritisiert werden, sie lassen die Kritik nur nicht an sich heran. Entweder gehen sie in Abwehrhaltung, sie distanzieren sich zu den Personen, grenzen sich bewusst ab oder nehmen so etwas einfach nicht ernst und schauen darüber hinweg.

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Menschen für sich Selbstliebe spüren sind mit sich im Reinen.

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Sie wissen von ihren Fähigkeiten und wissen von ihren Schwächen. Sie bewerten die Schwächen jedoch nicht. Sie stimmen ihnen zu und geben ihnen keine Bewertung. Sie schaffen auch keine Verbindung zwischen „angeblicher Schwäche“ und sich als Mensch. Beides ist voneinander getrennt und hat keinen Zusammenhang.

Menschen mit Selbstliebe sehen sich als wertvoll, liebenswürdig, einzigartig und sind von sich überzeugt, dass sie mit den Fähigkeiten das erreichen, was sie erreichen wollen. Fähigkeiten die sie nicht besitzen erlernen sie wenn sie wollen oder ignorieren diese, wenn sie diese auch nicht benötigen.

Durch diesen Umgang mit sich und seinen Talenten sowie Schwächen geben sie sich eine positive Möglichkeit das zu erreichen was sie sich wünschen. Für sie ist alles möglich, denn sie haben keine Frage darüber ob sie fähig sind. Auch wenn sie zu etwas nicht fähig sind, wird sie das nicht in eine negative Stimmung versetzen, denn sie werden eine Lösung dafür finden.

Personen die jedoch ihre Schwächen im Vordergrund sehen, ziehen auch solche Situationen und Ergebnisse an, die genau auf diese „Unfähigkeit“ hinweisen. Sie ziehen den Beweis an, dass sie tatsächlich diese Schwäche haben. Dies ist für sie meist ein Drama, da sie die Schwäche an sich bewerten. Die Bewertung fällt meist negativ aus und hindert sie daran weiter zu gehen.

Menschen mit wenig Selbstliebe konzentrieren sich so sehr auf ihre Schwäche, dass sie ihre Stärken einfach übersehen. Manchmal sind sie sehr begabt haben wunderbare Fähigkeiten und erkennen diese nicht, da sie diese für „normal„ halten.
Sie verfallen in einen Zustand der Unzufriedenheit mit sich, der Welt, ihrer Umgebung und allen Ergebnissen die sie haben. Sie sehen keinen Ausweg und suchen die Ursache im „Außen“. Sie können sich nicht vorstellen, dass es lediglich eine innere Einstellung oder sagen wir innere Sichtweise über sich selbst ist. An sich könnte man sagen banal, aber so fühlen sie sich nicht. Für sie ist diese Schwäche sichtbar und hinderlich für weiteren Erfolg. Sie können sich nicht vorstellen, diese Meinung über sich loszuwerden, denn die Fakten liegen klar auf der Hand.

Für sie ist es schwer fassbar, dass es lediglich an der inneren Einstellung und Schlussfolgerung liegt, dass sie diese „Schwächen“ an Erfolg und Erfüllung hindern.

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Aber was tun, wenn man selbst zu den Menschen gehört, die ihre Schwächen immer wieder im Vordergrund sieht?

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Man füttert einen bestimmten Kontext (Glaubenssatz) über sich, und diesen Glaubenssatz gilt es zu schreddern. Dies ist möglich in z. B. einem Coaching Gespräch. Manche Menschen schaffen es, ihre Überzeugung zu switchen in dem ihnen bewusst wird, dass sie im Unrecht über sich waren. Dass sie bemerken, dass sie für ihr Wohlergehen verantwortlich sind und nicht irgendwelche Umstände.

Ich aus meiner Erfahrung kann sagen, jeder Mensch ist individuell. Ich persönlich habe alle nicht funktionalen Schlussfolgerungen in Contextuellen Coaching Gesprächen auflösen können. Mein letzter Glaubenssatz den ich gesprengt habe war jedoch vor einiger Zeit zu Hause.

Mein Mann wies mich bei einem Gespräch auf meine Unordnung und Organisation hin. Ich hatte eine negative Meinung über „unordentlich sein“ und „unorganisiert sein“ und bezog diese aussagen vorab immer auf mich als Mensch. Indem ich feststellte, dass ich unordentlich bin und unorganisiert, verlor ich als Mensch in meinen Augen an Wert.

Besonders wenn ich durch Familienmitglieder oder Freunde auf diese Punkte hingewiesen wurde, wurde mir heiß, es wurde unangenehm, manchmal ging ich in Abwehrhaltung, begann mich zu rechtfertigen, manchmal versank ich in Selbstmitleid, aber immer bewertete ich mich negativ.

An diesem Tag als mein Mann mich auf diese „Schwächen“ von mir hinwies, ich muss sagen dass er sie nicht bewertete sondern lediglich nannte, wurde mir bewusst, dass ich sie nur als furchtbar und demütigend, sowie belastend empfand, da ich eine negative Meinung darüber hatte. Mir wurde klar, dass es lediglich Eigenschaften von mir sind, die nichts an meinem Wert als Mensch ändern. Ich stimmte zu, dass ich dazu neige unordentlich zu sein, ich stimmte zu dass ich nicht das größte Organisationstalent besitze und mir wurde klar, dass dies auch nicht mein Ziel war. Ich hatte mir nie das Ziel gesetzt besonders ordentlich zu sein, oder zu einem Organisationstalent zu werden.

Ich empfand es bei meinem Umfeld als wunderbare Eigenschaften, aber ich habe mich nie darum bemüht mir diese Eigenschaften ebenfalls anzulegen. Auch mein Mann kannte mich vom ersten Augenblick nicht anders, er wusste dass ich kreativ chaotisch bin.

Mir wurde klar, dass ich mir selbst einen Käfig gebaut hatte. Ich hatte mich selbst dafür bewertet und in einen Käfig gesteckt und jetzt war ich bereit diese Bewertung abzulegen. Ich nahm den Standpunkt ein, dass ich diese Eigenschaften nur zum Teil besitze und ich bisher auch kein weiteres Interesse hatte sie auszubauen und auch wenn ich es versucht hätte und es nicht funktionieren würde, es nichts mit mir als Mensch zu tun haben würde. Ich stimmte zu, dass ich diese Eigenschaften bewertet hatte und nahm die Bewertung raus. Sie waren ab sofort weder gut noch schlecht für mich.

Dies sind lediglich Eigenschaften. Sie sind im Außen. Sie haben nichts mit mir als Mensch zu tun. Ich kann mir Eigenschaften aneignen und ich kann es sein lassen und dann bin ich entweder ein liebenswürdiger Mensch mit diesen Eigenschaften, oder ein liebenswürdiger Mensch ohne diese Eigenschaften, aber klar ist, ich bin ein liebenswürdiger Mensch.

Mit dieser Einsicht wurde mir klar, dass dies auf alle Bewertungen zurückzuführen ist. Wir Menschen bewerten alles und jeden! All das sind unsere eigenen Sichtweisen. Jeder von uns lebt auf dieser Erde und doch empfindet jeder Mensch jede Situation, jeden Menschen, einfach alles unterschiedlich. Das hat nichts mit den Umständen zu tun, sondern lediglich mit der eigenen Bewertung.

Wenn es also „nur“ mit der eigenen Bewertung zu tun hat, dann kann ich meine Art zu bewerten mal genauer unter die Lupe nehmen.

Diese Erkenntnisse haben für mich dazu geführt den letzten Schritt ins Glück zu gehen. Ich bin frei davon mich negativ zu bewerten. Ich kann Selbstliebe vollkommen spüren und leben. Meine Welt hat sich durch die Wandlung meiner Sichtweise geändert.

Jetzt bestimme ich selbst wann ich glücklich sein will, und ich will immer glücklich sein! Damit habe ich das Tool in der Hand mir immer wieder glücklich sein zu erschaffen, auch wenn es Momente gibt in denen ich mich entscheiden könnte den Weg der Unzufriedenheit zu wählen. Ich will damit nicht sagen, dass ich jetzt nur noch rumlaufe wie ein Honigkuchen-Pferd, denn wenn mir z.B. jemand ins Auto fährt, hüpfe ich nicht voller Freude herum. Ich bewerte die Situation dann aber weniger dramatisch, lasse es sacken, gebe mir die Zustimmung diese Situation erlebt zu haben auch wenn sie mir nicht gefallen hat, vergebe falls es einen „Verursacher“ gibt und wähle, mich davon nicht auf längere Zeit von meiner Freude abzubringen.

Für unglücklich sein möchte ich mir einfach keine Zeit mehr nehmen!

Selbstliebe ist somit essentiell, für ein glückliches, erfülltes und erfolgreiches Leben, denn ohne Selbstliebe würde ich immer noch an mir und meinen scheinbar nicht vorhandenen Fähigkeiten Zweifeln und wenn ich an mir zweifle, dann werden auch andere an mir zweifeln!

Wähle du wie du leben willst.

Genieße den Tag & bis in Kürze.
Eva

Selbstliebe